Kontakt
Förderverein Niklashausen
Marlise Düx
Wertheimer Straße 28
97956 Werbach-Niklashausen
Telefon: 09348 460
E-Mail: marlise.duex@t-online.de
Internet: www.niklashausen.de 

Das Museum kann jederzeit nach Vereinbarung besichtigt werden.
Auf Wunsch sind auch Führungen in der historischen Kirche oder zur Beghardenhöhle möglich.

Der Pfeifer von Niklashausen

Pfeiferstube

Die Lebensgeschichte des „Pfeifers“ Hans Böhm, dessen Predigten im 15. Jahrhundert mehrere 10.000 Menschen anlockten und für Böhm selbst die Verurteilung als Ketzer nach sich zogen, ist in der Pfeiferstube von Niklashausen dokumentiert.

Hans Böhm, der "Pfeifer von Niklashausen" war Schafshirte in der Umgebung von Niklashausen, bis
er 1476 erklärte, die Jungfrau Maria sei ihm im Traum erschienen und habe ihm aufgetragen zu predigen
und zur Wallfahrt aufzurufen. Den Wallfahrern versprach er im Namen der Jungfrau Maria Ablass von
ihren Sünden. Außerdem forderte er in seinen Predigten gleichen Besitz für alle, Verweigerung von
Frondienst, Zoll und Zehnten, freie Jagd und freien Fischfang für jedermann. Nach verschiedenen Zeitberichten sollen im Laufe von drei Monaten bis zu 70.000 Wallfahrer nach Niklashausen gepilgert sein, um sich die sozial-revolutionären Reden des Pfeifers anzuhören. Verständlich, dass diese Ereignisse die damaligen kirchlichen und weltlichen Machthaber aufhorchen und handeln ließen. Auf Befehl des Würzburger Fürstbischofs Rudolf II. von Scherenberg wurde Hans Böhm verhaftet, im Schnellverfahren als Ketzer zum Tode verurteilt und am 19. Juli 1476 in Würzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Asche wurde in den Main gestreut.

Die Lebensgeschichte von Hans Böhm ist in der Pfeiferstube im Museum im alten Rathaus von
Niklashausen dokumentiert. Neben der Pfeiferstube gibt es eine Steinhauerstube, in der die schwere
Arbeit der Vorfahren anschaulich beschrieben wird, und eine Dorfchronik mit vielen Bildern und Texten.
Auch eine Stube mit ländlichem Hausrat aus den letzten Jahrhunderten wurde eingerichtet.