Der Blick zum „Spitzen Turm“ gab dem Platz seinen Beinamen: Malerwinkel.

Neuplatz/Malerwinkel

Sehenswert ist vor allem das 1583 erbaute Haus mit der Nummer 6.

Über die Gerbergasse (bis 1934 Judengasse) gelangt man zum Neuplatz. Beachtenswert ist das 1583
erbaute Haus Nr. 6 mit seinem Rundbogenportal und der Hausmarke des Metzgers Hans Stark. Der Blick
zum „Spitzen Turm“ gab dem Ensemble seinen Namen: Malerwinkel. Im 16. Jahrhundert wurde hier eine
Synagoge errichtet, deren Nachfolgebau von 1799 sich seit September 1938 im Besitz der Stadt befand,
nachdem Sigmund Cahn, der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Wertheim, sie ihr für 3.000
Reichsmark zum Kauf angeboten hatte. Dadurch blieb die Synagoge während der Novemberpogrome
weitestgehend von Zerstörungen verschont, obwohl Brandstifter schon dabei waren, die Synagoge
anzuzünden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge als Lagerraum und Unterkunft
für die Stadtschreinerei genutzt, 1961 erfolgte im Zuge des Ausbaus der rechten Tauberstraße der Abriss
der Synagoge. Eine Gedenktafel am Neuplatz erinnert heute an die ehemalige Synagoge sowie die
Deportation der Wertheimer Juden, von denen im 19. und 20. Jahrhundert viele in diesem Viertel wohnten.