Öffnungszeiten
täglich tagsüber für Andacht und Besuch
Gottesdienste: jeden Sonntag, 10:15 Uhr 

Mitten im malerischen Wertheim steht die evangelische Stiftskirche.

Die Evangelische Stiftskirche St. Marien

Im Jahr 1384 legte Graf Johann I. von Wertheim den Grundstein für die spätgotische, dreischiffige Basilika.

Die dreischiffige evangelische Stiftskirche St. Marien stammt aus dem 14. Jahrhundert und steht
vermutlich auf den Fundamenten zweier romanischer Vorgängerbauten. Mit dem Bau des Chores wurde
1388 begonnen, 1481 folgte die Erhebung der Pfarrkirche zur Stiftskirche. Im Obergeschoss des
spätgotischen Baus wurde eine Bibliothek eingerichtet, für die der Gelehrte Konrad Wellin als Grundstock 1448 rund 63 Bücher stiftete. Heute umfasst die Sammlung etwa 900 mittelalterliche Handschriften undfrühe Drucke, worunter sich auch eine der drei noch existierenden sogenannten „Wertheimer Bibeln" befindet. Im Erdgeschoss des Chores finden sich die Grabmäler des Wertheimer Grafengeschlechts. Im Zuge der Reformation wurde die Stiftskirche schrittweise ab 1522 zum evangelischen Gotteshaus.

Rund 100 Jahre später spaltete sich die Grafenfamilie in einen protestantischen und einen rekatholisierten Zweig auf – die Stiftskirche wurde von nun an als Simultankirche genutzt: Im Chor wurden katholische Messen gehalten, während im Langhaus evangelische Gottesdienste gefeiert wurden. Diese Simultan-Nutzung der Kirche dauerte bis zur Vollendung der katholischen Pfarrkirche St. Venantius im Jahr 1842. Als Besonderheit weist die Stiftskirche einen leicht asymmetrischen Grundriss auf, der zum einen dem damaligen Straßenverlauf und zum anderen eventuellen Planungsfehlern geschuldet ist.

Neben dem Eingang der Wertheimer Stiftskirche führt eine gewundene Sandsteintreppe zu einem kleinen Seitenraum im Turm: die Heilig Geist Kapelle. Über dem Eingang dieser Kapelle hängt die Wertheimer Madonna aus dem frühen 14. Jahrhundert. An ihr zeigt sich der Wandel des majestätischen
mittelalterlichen Marienbildes zur liebenden Mutter.